This would be a very long post if I put all this document into this. So I have split it into three. I have copied and translated an article about Niederstetten in 1848 by Friedrich Mündlein. Here is some information about F Mundlein
https://www.fnweb.de/orte/niederstetten_artikel,-niederstetten-creglingen-im-loewen-wurde-geschichte-gemacht-_arid,563389.html
C. Das Nachspiel
C. The aftermath
Nach diesen ungewöhnlichen Umtrieben während der
Nachtstunden dürfte im Ort weiterhin eine gespannte Atmosphäre geherrscht haben
After these unusual activities during the night, there
was probably still a tense atmosphere in the town
Bei allen Obrigkeiten, angefangen beim Standesherren und
Stadtschultheißen in Niederstetten, beim Oberamtmann in Gerabronn, wie auch
beim Königlichen Amtsgericht in Langenburg und dem Königlichen Landgericht und
der Königlichen Regierung für den Kocher- und Jagstkreis in Ellwangen bis zum
Königlichen Ministerium in Stuttgart war jetzt höchste Alarmstufe gegeben.
All authorities, from the mayor and city mayor in
Niederstetten, to the mayor in Gerabronn, as well as the Royal District Court
in Langenburg and the Royal Regional Court and the Royal Government for the
Kocher and Jagst District in Ellwangen to the Royal Ministry in Stuttgart, were
now on the highest alert level given.
Sie alle mussten jetzt befürchten, dass in den kommenden
Tagen etwas Ungewolltes passiere. Die Abneigung der Einwohnerschaft gegenüber
dem Geldeintreiber der Standesherrschaft Gessler war so unbändig, dass dieser
durch die Staatsgewalt kaum mehr Einhalt geboten werden konnte. Jetzt mussten
die genannten Institutionen alles daran setzen, dass sie auch Herr in der
verzwickten Lage blieben.
They all had to fear that something unwanted would happen
in the coming days. The population's aversion to the estate's money collector,
Gessler, was so irrepressible that the state could hardly stop him. Now the
institutions mentioned had to do everything they could to ensure that they
remained on top of the tricky situation.
Schon am frühen Morgen wurde mit den entsprechenden
Vorarbeiten zum Viehmarkt begonnen und auch Vorkehrungen für eventuell
unvorhergesehene Schwierigkeiten waren notwendig.
The relevant preparatory work for the livestock market
began early in the morning and precautions were also necessary for any
unforeseen difficulties.
War in der vergangenen Nacht eine Vielzahl von Menschen auf
den Beinen, so dürften sich - bedingt durch den Viehmarkt – am Nachmittag des
6.März noch weitaus mehr auf den Straßen und Gassen, sowie in den Gasthäusern
aufgehalten haben. Diese waren mit Pferdefuhrwerken, Kutschen, Chaisen aus den
Dörfern, Weilern und Einzelhöfen der näheren und weiteren Umgebung geströmt.
Ihre Pferde brachten sie noch in die Stallungen der Gastwirte. Dann konnte der
Viehauftrieb beginnen und das Leben und Treiben auf den Straßen und Gassen,
sowie in den Gasthäusern seinen gewohnten Gang nehmen
While a large number of people were on their feet last
night, due to the cattle market, there were probably even more on the streets
and alleys and in the inns on the afternoon of March 6th. They came in
horse-drawn carts, carriages and chaises from the villages, hamlets and
individual farms in the surrounding area. They brought their horses to the
innkeepers' stables. Then the cattle drive could begin and life and activity on
the streets and alleys, as well as in the inns, could resume its usual course
Ebenfalls am 6.März 1848 nachmittags 15.00 Uhr lief die
Anzeige des Oberamtmannes an das Untersuchungsgericht (beim Oberamtsgericht
Langenburg) ein, worauf sich dieses umgehend an Ort und Stelle (nach
Niederstetten) begab und um 18.00 Uhr dort eintraf .“Sofort wurde von Seiten
des Untersuchungsrichters mit dem mit der polizeilichen Untersuchung noch
beschäftigten Oberamtmann mündliche Rücksprache genommen und von demselben die
Erklärung gegeben, dass die polizeiliche Untersuchung noch nicht beendet sei.
Diese (Akte) aber sogleich nach deren Schluss dem Gericht übergeben werde.“ Das
geschah am 6.März 1848 nach 23.00 Uhr.24
Also on March 6, 1848, at 3 p.m. in the afternoon, the
chief bailiff's report was received by the investigative court (at the
Langenburg Higher District Court), whereupon it immediately went to the
location (to Niederstetten) and arrived there at 6 p.m. "Immediately, the
The examining judge had an oral consultation with the senior magistrate who was
still involved in the police investigation and he explained that the police
investigation had not yet been completed. This (act) will be handed over to the
court immediately after its conclusion." This happened on March 6, 1848
after 11 p.m. 24
Um die ganze Problematik der Ermittlungen in den folgenden
Tagen und Wochen verstehen zu können, muss man sich zunächst einmal die
örtlichen Gegebenheiten in der damaligen Zeit vergegenwärtigen:
In order to understand the entire problem of the
investigations in the following days and weeks, one must first understand the
local conditions at the time:
Zum Fürstenschloss nach Bartenstein waren es 6 km, zum
Oberamt nach Gerabronn 20 km, zum Oberamtsgericht nach Langenburg weitere 6 km,
zum Landgericht nach Ellwangen 60 km und bis zur Regierung nach Stuttgart über
100 km. Es gab weder ein Telefon, noch eine Telegrafie, keine Eisenbahn und
keine Elektrizität für die Beleuchtung in den Häusern und für die Straßen und
Gassen. Ein schnelles Fortbewegungsmittel waren die Postkutschen, die auch die
Brief- und Kurierpost besorgten und eventuell noch schnelle Reitpferde für
Eilboten
It was 6 km to the prince's castle in Bartenstein, 20 km
to the Oberamt in Gerabronn, another 6 km to the Oberamtsgericht in Langenburg,
60 km to the regional court in Ellwangen and over 100 km to the government in
Stuttgart. There was no telephone, no telegraphy, no railway and no electricity
for lighting in the houses and for the streets and alleys. A fast means of
transport was the stagecoach, which also carried letters and courier mail and
possibly fast riding horses for express messengers
Es stellte sich nun heraus, dass der Oberamtsrichter dieser
sehr heiklen Situation nicht gewachsen war .So musste einem Assessor Kern die
schwierige, anstrengende und gefahrvolle Aufgabe der Befragung übertragen
werden.
It now turned out that the senior district judge was not
up to this very delicate situation. So an assessor Kern had to be assigned the
difficult, strenuous and dangerous task of questioning.
Es ist schon bewerkenswert, wie schnell doch die einzelnen
Übeltäter aufgespürt und auch dingfest gemacht werden konnten. Da sich der
ganze heillose Aufruhr in einer wohl stockfinsteren Nacht abgespielt hatte,
waren es nicht nur Augen-, sondern ebenso Ohrenzeugen , die den Ermittlern die
Namen der Übeltäter hinterbracht haben.
It is remarkable how quickly the individual perpetrators
were tracked down and arrested. Since the entire turmoil took place on a
pitch-dark night, it was not just eyewitnesses but also earwitnesses who
provided the investigators with the names of the perpetrators.
Trotz der angespannte Stimmung im Ort wurde mit der
Vernehmung der Täter und Zeugen am 7.März begonnen. Den Vorsitz führte
Justizassessor Kern, die Beisitzer waren die Herren Bach und Greiner.
Despite the tense atmosphere in the town, the
interrogation of the perpetrators and witnesses began on March 7th. Justice
Assessor Kern chaired the meeting and the assessors were Messrs. Bach and
Greiner.
In Gewahrsam und ins Verhör genommen wurde zunächst Jacob
Pflüger. In ihm sah man den Rädelsführer. Er war 30 Jahre alt, von großer und
kräftiger Gestalt, beim Militär hatte er es zum Unteroffizier gebracht. Von ihm
muss etwas Charismatisches ausgegangen sein. Als Rotgerber arbeitete er in der
Schneidmühle der Familie Streitberger in der Oberstettener Straße 10, wo auch
sein Vater im Sägewerk tätig war. (Heute ist dort das Sportheim des Turnvereins
1862). Ob zu dem um ein Jahr älteren Rotgerber und Lederhändler Friedrich Reger
(1817-1899) aus Künzelsau Kontakte bestanden, ist nicht nachweisbar.25 Es ist
durchaus denkbar, dass Jakob Pflüger die weiteren Beteiligten zu diesen
strafbaren Handlungen angestachelt hatte. Am ehesten dürfte dieses auf
Christian Glock, Dienstknecht, ledig, unehelichen Sohn der Katharina Glock, 19
Jahre alt, zutreffen, der vermutlich auf der anderen Straßenseite,
Oberstettener Straße 5, (heute Haus von Theodor Schmitt) wohnte. Er war als
liederlicher Bursche bekannt So sagte er bei der Vernehmung: „Ich weiß von
nichts, weil ich so besoffen war.“ Weitere Beschuldigte waren der Gürtler
Christoph Schaffert, ein Revolutionär, Conrad Friedrich, Johann Friedrich,
sowie Andreas Pflüger, alle aus Niederstetten. Gemäß der „Acte des
Criminal-Senats des Königlichen Gerichtshofes für den Jagstkreis“ wurde vor
allem ihnen Brandstiftung zur Last gelegt. Einige davon waren vorher schon mit
dem Gesetz in Konflikt geraten.
Jacob Pflueger was initially taken into custody and
interrogated. He was seen as the ringleader. He was 30 years old, tall and
strong, and had become a sergeant in the military. There must have been
something charismatic about him. As a red tanner, he worked in the Streitberger
family's cutting mill at Oberstettener Strasse 10, where his father also worked
in the sawmill. (Today the sports center of the 1862 gymnastics club is there).
It cannot be proven whether there were contacts with the red tanner and leather
dealer Friedrich Reger (1817-1899) from Künzelsau, who was one year older.25 It
is entirely conceivable that Jakob Pflüger incited the other people involved to
commit these criminal acts. This is most likely to apply to Christian Glock,
servant, single, illegitimate son of Katharina Glock, 19 years old, who
probably lived on the other side of the street, Oberstettener Straße 5, (today
Theodor Schmitt's house). He was known as a dissolute fellow. So he said during
the interrogation: "I don't know anything because I was so drunk."
Other accused were the Gürtler Christoph Schaffert, a revolutionary, Conrad
Friedrich, Johann Friedrich, and Andreas Pflüger, all from Niederstetten .
According to the “Act of the Criminal Senate of the Royal Court for the
Jagstkreis”, they were primarily charged with arson. Some of them had already
been in trouble with the law.
Später wurden vorgeladen: Christa Glock, Michael Schneider,
Johann von der Heyd, Martin Pflüger, Conrad Friedrich, Landjäger Günther,
Vollmer (Vorname unleserlich), Friedrich Schumm, Barbara Bullinger, Sophie
Glock und Barbara Hachtel u.a..
The following were later summoned: Christa Glock, Michael
Schneider, Johann von der Heyd, Martin Pflüger, Conrad Friedrich, Landjäger
Günther, Vollmer (first name illegible), Friedrich Schumm, Barbara Bullinger,
Sophie Glock and Barbara Hachtel, among others.
Magdalene Beck, 26 Jahre alt, die sich zu diesem Zeitpunkt
als Magd im Hause von Gessler aufgehalten hatte, war die erste
Belastungszeugin. Sie hat zwei Pflüger erkannt: „Der lange Pflüger, vermutlich
der Jacob, hat einen Stein geworfen und der andere Matthias Pflüger stand
daneben“
Magdalene Beck, 26 years old, who was working as a maid
in Gessler's house at the time, was the first prosecution witness. She
recognized two plowers: “The tall plower, probably Jacob, threw a stone and the
other Matthias plower stood next to it.”
Nach und nach fanden sich ca. 200 Schaulustige vor dem
Rathaus ein. Da nun die beiden Brüder Pflüger dort festgehalten wurden,
verlangte deren Vater die umgehende Freilassung. Matthias durfte gehen.
Little by little, around 200 onlookers gathered in front
of the town hall. Since the two Pflueger brothers were now being held there,
their father demanded their immediate release. Matthias was allowed to go.
(An der Stelle des Alten Rathauses, Ecke
Hauptstraße/Rathausgasse 2, ist heute der LePlessis-Bouchard-Platz , dahinter
steht das Sanitärgeschäft Keppler.)
(On the site of the Old Town Hall, at the corner of
Hauptstrasse and Rathausgasse 2, is now LePlessis-Bouchard-Platz, behind which
is the Keppler plumbing store.)
Da ja der Viehmarkt abgehalten wurde, war ohnehin im Ort ein
großer Menschenauflauf. Bei der sehr angespannten politischen Lage waren
darunter auch viele, die jetzt eine gute Gelegenheit sahen, ihrem seit Langem
aufgespeicherten Ärger lautstark Luft zu machen. Um das Marktgeschehen nicht zu
beeinträchtigen, wurden kurzerhand die Verhöre durch Oberamtmann Hoyer vom
Rathaus in das Gasthaus zum Löwen, in der Zehntscheuergasse 1, verlegt. Der
Besitzer dieses Gasthauses war der Stadtrat Seitz. Philipp der andere Pflüger,
dessen Unstetigkeit und Unbeherrschtheit allgemein bekannt war, wurde auch vom
Oberamtmann mitgenommen. Die ganze Meute zog dann hinterher die Lange Gasse
hinauf. Während die Vernehmung im Gasthaus „Zum Löwen“ wieder fortgesetzt
wurde, sammelten sich inzwischen bis zu 500 Personen davor. Die Protestierer
nahmen jetzt eine so drohende Haltung ein, dass das Schlimmste zu befürchten
war. Oberamtmann Hoyer versuchte die aufgebrachte Meute zu beschwichtigen, aber
erntete nur Spott und Gelächter. Einer schrie: “Wenn der Pflüger nicht
freigegeben wird, so geht’s letz“ (so geht das verkehrt). Daraufhin wurde Jacob
Pflüger freigelassen. Auch Philipp Pflüger kam wieder frei
Since the cattle market was being held, there was a large
crowd of people in town anyway. Given the very tense political situation, there
were many who now saw a good opportunity to loudly vent their long-held anger.
In order not to disrupt the market events, the interrogations were quickly
moved by Chief Magistrate Hoyer from the town hall to the Gasthaus zum Löwen,
at Zehntscheuergasse 1. The owner of this inn was the city councilor Seitz.
Philip the other plowman, whose unsteadiness and lack of control was well
known, was also taken away by the chief bailiff. The whole pack then marched up
Lange Gasse. While the interrogation continued in the “Zum Löwen” inn, up to
500 people now gathered in front of it. The protesters now adopted such a
threatening posture that the worst was feared. Mayor Hoyer tried to calm the
angry crowd, but was only met with ridicule and laughter. One shouted: “If the
plowman is not released, this is the end of it” (this is the wrong way). Jacob
Pflueger was then released. Philipp Pflueger was also released again
Jetzt war auch ein großes Aufgebot von Landjägern und
Bürgerwehren eingetroffen. Diese wurden vom Königlichen Landjägercorps nach
Niederstetten abgestellt.
Now a large contingent of land hunters and vigilantes had
arrived. These were assigned to Niederstetten by the Royal Land Hunter Corps.
Im weiteren Verlauf wies ein in Rechtsfragen beschlagener
Anwesender die Vernehmungsbeamten darauf hin, dass seit 1817 ein königliches
Dekret existiert, wonach die Feudallasten zwar nicht ganz abgeschafft, aber
sehr eingeschränkt worden seien
Later, a person present who was knowledgeable in legal
matters pointed out to the interrogators that a royal decree had existed since
1817, according to which the feudal burdens had not been completely abolished,
but had been very limited
Die Menge brach immer wieder in den Ruf aus : “Wir sind
königlich und haben nichts gegen den König, aber wir wollen keine Fürsten
mehr.“ oder „Wir wollen ganz württembergisch sein.“
The crowd kept shouting: “We are royal and have nothing
against the king, but we don’t want any more princes.” or “We want to be
completely Württemberg.”
Bei dieser Zusammenrottung taten sich der Häcker (Kleinbauer
und Weingärtner) Johann von der Heyd und der Bauer Leonhard Gröner durch ihr
vorlautes Mundwerk besonders hervor. Ob dabei einer der Befragten, der das
Protokoll seiner Aussagen unterschreiben sollte, das Tintenfass über das Papier
geschüttet hat und dann nach England entkommen ist,26 zuvor sich aber noch in
einer Scheune oder in einem Weinberghäuschen versteckt hatte, weil das Gericht
sich nicht energisch durchgesetzt hat, kann in den Archivalien nicht
nachgewiesen werden. Es könnte aber sein, dass hinterher einer der Befragten
aus Überschwang an Gefühlen nur hochtrabende Worte gebrauchte. Es könnte aber
auch eine Zeitungsente gewesen sein. In diesem Zusammenhang sind zwei
Ausschreibungen in der Beilage zum „Schwäbischen Merkur“ am 19. und 28.März
1848 besonders bemerkenswert:
In this gathering, the hecker (small farmer and wine
gardener) Johann von der Heyd and the farmer Leonhard Gröner particularly stood
out for their cheeky mouths. Whether one of the respondents, who was supposed
to sign the minutes of his statements, spilled the inkwell over the paper and
then escaped to England,26 but had previously hidden in a barn or a vineyard
cottage because the court did not forcefully enforce his case cannot be proven
in the archives. However, it could be that afterwards one of the interviewees
only used pompous words out of an exuberance of feelings. But it could also
have been a newspaper duck. In this context, two advertisements in the
supplement to “Schwäbischer Merkur” on March 19 and 28, 1848 are particularly
noteworthy:
„ Langenburg (Steckbrief) Der Brandstiftung und anderer
Vergehen verdächtige Philipp Pflüger Ölmüllers Sohn von Niederstetten hat sich
der gegen ihn eingeleiteten Untersuchung durch die Flucht entzogen. Sämtliche
Polizei- und Justizbehörden werden daher ersucht auf Pflüger zu fanden und ihn
im Betretungsfalle hierher liefern zu lassen.
“Langenburg (profile) Philipp Pflüger Ölmüller's son von
Niederstetten, suspected of arson and other crimes, has evaded the
investigation initiated against him by fleeing. All police and judicial
authorities are therefore requested to find Pflüger and have him delivered here
if he is trespassed.
Den 13.März, Königliches Oberamtsgericht, Mederle
Signalement:
March 13th, Royal Higher District Court, Mederle
Signalement
Alter 29 Jahre, Größe 5 ´´, 8´, Haare schwarzbraun, Nase
etwas breit, Mund gewöhnlich, Zähne gut, Bart schwach, Kinn rund, Wangen voll,
Körperbau stark, besondere Kennzeichen: keine Kleidung: unbekannt“
Age 29 years, height 5´´, 8´, hair black-brown, nose a
bit wide, mouth normal, teeth good, beard weak, chin round, cheeks full,
physique strong, special characteristics: none Clothing: unknown"
Wie gesagt, die Menschen haben ihren Untertanengeist, der
seit dem Bauernkrieg das Alltagsleben bestimmt hatte, abgelegt. Sie fühlten
sich als freie Bürger. Dazu hatte nicht zuletzt die aufkommende
Demokratiebewegung in dieser Zeit wesentlich dazu beigetragen. Auszüge aus den
richterlichen Protokollen und deren Korrespondenz mögen dieses verdeutlichen:
As I said, people have given up their spirit of
subjugation, which had determined everyday life since the Peasants' War. They
felt like free citizens. Last but not least, the emerging democracy movement
during this time contributed significantly to this. Excerpts from the judicial
minutes and their correspondence may make this clear:
Protokoll vom 8.März 1848 (Blatt 43): In einem Schreiben
wurde dem Oberamtsrichter die Bitte vorgetragen, die Untersuchung nicht
weiterzuführen, weil diese eine große Unruhe in die Bevölkerung bringen könne.
Minutes from March 8, 1848 (page 43): In a letter, the
senior magistrate was asked not to continue the investigation because it could
cause great unrest among the population.
Am gleichen Tag wurden von der gesamten Bürgerschaft zwei
angesehene Männer, nämlich der Gemeinderat Wilhelm Neudorffer27 und der
Handelsmann Hermann Werttheimer28, von der jüdischen Kultusgemeinde,
beauftragt, beim Untersuchungsrichter die Bitte vorzubringen, keine weiteren
Verhaftungen mehr anzuordnen und „dass weitere Ermittlungen „sistiert“(d.h.
eingestellt) werden mögen, „sonst wird was Schlimmes passieren“.
On the same day, two respected men, namely the local
councilor Wilhelm Neudorffer27 and the tradesman Hermann Wertheimer28, from the
Jewish community, were commissioned by the entire citizenry to submit a request
to the investigating judge not to order any further arrests and "that
further investigations be suspended"( i.e. discontinued) “otherwise
something bad will happen”.
Diese Bitte wurde auch von Fürst Ludwig zu
Hohenlohe-Bartenstein und JagstbergHaltenbergstetten unterstützt.
This request was also supported by Prince Ludwig zu
Hohenlohe-Bartenstein and Jagstberg Haltenbergstetten.
Mit Schreiben vom 9.März 1848 trat auch Ernst Fürst zu
Hohenlohe-Langenburg für eine Abschaffung der Gefälle (Feudallasten) ein.
In a letter dated March 9, 1848, Ernst Prince of
Hohenlohe-Langenburg also called for the abolition of the feudal burdens
Protokoll vom 10. März 1848, Seite 88:“Am Freitag, den
3.März 1848 wurden Johann Fleck (der Sohn vom Adlerwirt) und der Gürtler
(Messingschlosser) Schaffert im Gasthaus Krone gesehen, in der sie sonst nicht
eingekehrt sind. Am 5.März 1848 waren sie wieder dort.“
Minutes from March 10, 1848, page 88: “On Friday, March
3, 1848, Johann Fleck (the Adlerwirt's son) and Gürtler (brass fitter)
Schaffert were seen in the Krone inn, where they otherwise did not go. They
were there again on March 5, 1848.”
Protokoll vom 10.März 1848, Seite 87:“ Philipp Pflüger, (der
Sohn vom Ölmüller) und Johann Fleck (der Sohn vom Adlerwirt Wilhelm Fleck) sind
geflohen“ Diesen hat sich wohl auch Johann Georg Bauer (aus dem
Leinenwebergeschäft) angeschlossen
Minutes from March 10, 1848, page 87: “Philip Pflüger,
(the son of the oil miller) and Johann Fleck (the son of the Adlerwirt Wilhelm
Fleck) have fled.” Johann Georg Bauer (from the linen weaving business) also
probably joined them
Diese drei Beteiligten stammen aus Familien, die durch die
Geschäftsbeziehungen zur Standesherrschaft wirtschaftlich besser gestellt
waren. Dies dürfte wohl der eigentliche Anlass ihres Verschwindens gewesen sein
These three participants come from families that were
economically better off due to business relationships with the class. This may
have been the actual reason for her disappearance
Der Landtagsabgeordnete Gottlob Egelhaaf, Stadtschultheiß
und Oberamtspfleger in Gerabronn, hatte am 11.März 1848 die Bevölkerung zur
Mäßigung aufgerufen. Er gab aber auch zu, dass der Landesteil Hohenlohe bei den
Besetzungen der Ministerien nicht genügend vertreten gewesen sei und dadurch
die Belange der hohenloher Bevölkerung nicht ausreichend berücksichtigt worden
waren. (Von 1843 bis 1889 war Egelhaaf Abgeordneter der liberalen Opposition im
Stuttgarter Landtag)29
On March 11, 1848, the state parliament member Gottlob
Egelhaaf, city mayor and senior magistrate in Gerabronn, called on the
population to exercise moderation. However, he also admitted that the Hohenlohe
part of the state was not sufficiently represented in the appointments to the
ministries and that the interests of the Hohenlohe population were therefore
not sufficiently taken into account. (From 1843 to 1889 Egelhaaf was a member
of the liberal opposition in the Stuttgart state parliament)29
Protokoll vom 11.März 1848, Seite 101:
Minutes from March 11, 1848, page 101:
„Jacob Pflüger hat sich beim Amtsgericht Langenburg
gemeldet.“ Auf Bitten vieler wurde er aber nicht in Haft genommen, weil die
Angst zu groß war, dass es wieder zu Unruhen kommen könnte.
“Jacob Pflueger reported to the Langenburg district
court.” However, at the request of many, he was not taken into custody because
there was too great a fear that unrest could break out again.
Für die Regierung in Stuttgart kam jetzt zu all diesen
Widerwärtigkeiten noch eine weitere bestürzende Nachricht. Am 13. und 14. März
1848 stürmten die Bauern des oberen Sulmtales, der Löwensteiner Berge und des
vorderen Mainhardter Waldes die Schlösser und Rentämter der Herren von
Gemmingen und Weiler in Neuhütten, Weiler und Maienfels und verbrannten die
Bücher auf großen Scheiterhaufen.30 Auch hier rächte es sich , dass wie in den
hohenlohischen und in anderen angrenzenden kleineren Standesherrschaften der
Prozess der Fronlastenablösung immer wieder hinausgeschoben worden war, während
er in den altwürttembergischen Oberämtern bereits im vollen Gange war.
In addition to all these adversities, the government in
Stuttgart now received further shocking news. On March 13 and 14, 1848, the
farmers of the upper Sulm Valley, the Löwenstein Mountains and the front
Mainhardt Forest stormed the castles and rent offices of the Lords of Gemmingen
and Weiler in Neuhütten, Weiler and Maienfels and burned the books on large
pyres.30 Here too It took revenge that, as in the Hohenlohe and other
neighboring smaller estates, the process of replacing the burden had been repeatedly
postponed, while it was already in full swing in the old Württemberg higher
offices.
„Jetzt ging schon in Stuttgart die Schreckensmeldung um,
Hohenlohe stehe in Flammen.“31 Um Schlimmeres in Niederstetten oder in
Langenburg zu verhindern sah sich der Oberamtsrichter in Langenburg zu
einschneidenden Maßnahmen gezwungen. Er forderte Militär an, und so wurde eine
mobile Kolonne aus dem 2. Reiter- und dem 7. Infanterieregiment aus Ludwigsburg
unter dem Befehl des Generals von Baumbach in Richtung Hohenlohe in Marsch
gesetzt. In Heilbronn stieß das 8. Infanterieregiment noch dazu. Am 13.Marz 1848
trafen diese Einheiten dann in Langenburg ein. In allen hohenlohischen
Oberämtern, vor allem aber im Oberamt Gerabronn, bezogen sie Stellung 32 Das
war wohl eine reine Vorsichtsmaßnahme.
“Now the terrible news was already circulating in
Stuttgart that Hohenlohe was on fire.”31 In order to prevent worse things from
happening in Niederstetten or Langenburg, the senior district judge in
Langenburg was forced to take drastic measures. He requested military forces,
and so a mobile column made up of the 2nd Cavalry and 7th Infantry Regiments
from Ludwigsburg was set off towards Hohenlohe under the orders of General von
Baumbach. The 8th Infantry Regiment joined them in Heilbronn. On March 13, 1848,
these units arrived in Langenburg. They took up positions in all Hohenlohe
district offices, but especially in the Gerabronn district office. 32 This was
probably purely a precautionary measure.
Protokoll vom 15.März 1848: „Jacob Pflüger wurde zusammen
mit zwei weiteren Delinquenten verhaftet und nach Langenburg gebracht“.
Minutes from March 15, 1848: “Jacob Pflüger was arrested
together with two other delinquents and taken to Langenburg.”
Protokoll vom 16.März 1848: „Das königliche Amtsgericht hat
dem Bittgesuch vom 8.März 1848 widersprochen mit der Begründung, die
Gewaltbereitschaft gegen die Grundherrschaft sei noch zu groß.“ Darauf haben
viele Bürger von Niederstetten noch am gleichen Tag ein Bittgesuch an das
Königliche Justizministerium gerichtet, dessen Leiter Friedrich Römer einer der
bedeutendsten liberalen Politiker der damaligen Zeit war, mit der Bitte, den
Prozess doch niederzuschlagen. Begründung:“ Die Feudallasten seien einfach
unerträglich.“
Minutes from March 16, 1848: “The royal district court
rejected the petition of March 8, 1848 on the grounds that the willingness to
use violence against the landlords was still too great.” Many citizens of
Niederstetten then submitted a petition to the royal court on the same day
Ministry of Justice, whose head Friedrich Römer was one of the most important
liberal politicians of the time, asked that the trial be quashed. Reason: “The
feudal burdens are simply unbearable.”
20.März 1848: Brief von Gessler an das königliche
Criminalamt Stuttgart: Es waren (am 5.März) 4 Personen im Haus: Er selbst,
seine Magd, sein Knecht und der fürstliche Kellereibüttner (Weinküfer) Riegel.
Als Gessler zur Schusswaffe greifen wollte, sagte der Knecht: „Sie dürfen nicht
schießen, es sind jetzt zu viele, sonst sind wir alle verloren“. (Gesslers Frau
und seine Nichte hatten das Haus schon bei den ersten Steinwürfen verlassen ).
Weiter gab er an, dass er vermute die Haupttäter seien gedungen gewesen.
March 20, 1848: Letter from Gessler to the Royal Criminal
Police Office in Stuttgart: There were (on March 5) 4 people in the house:
himself, his maid, his servant and the princely Kellereibüttner (wine cooper)
Riegel. When Gessler wanted to grab a gun, the servant said: “You are not
allowed to shoot, there are too many of them now, otherwise we will all be
lost.” (Gessler's wife and niece had already left the house when the first
stones were thrown). He also stated that he suspected the main perpetrators were
hired.
24.März 1848: Acte Blatt 17
March 24, 1848: Act sheet 17
„Das Justiz-Ministerium in Stuttgart am 24.März 1848 an den
Criminal-Senat des Königlichen Gerichtshofes in Ellwangen: Die Niederschlagung
der Untersuchung an dem dortigen Fürstlichen Canzlei-Gebäude nicht entsprechend
geruht“.
“The Ministry of Justice in Stuttgart on March 24, 1848
to the Criminal Senate of the Royal Court in Ellwangen: The suppression of the
investigation into the Princely Chancellery building there was not
appropriately deigned”.
Ist Philipp Pflüger nun derjenige, der den Brand im
Domänenkanzleigebäude gelegt hatte und jetzt nach England entkam, weil das
Gericht nicht scharf durchgegriffen hat? 33 Da es zu keinen weitern Erhebungen
gekommen ist, musste das Militär nirgends mehr eingreifen.
Is Philipp Pflueger the one who started the fire in the
domain office building and now escaped to England because the court didn't take
strict action? 33 Since there were no further uprisings, the military no longer
had to intervene anywhere.
Am 31.März 1848 beschwerte sich der Stadtrat der Stadt
Langenburg beim Criminal-StrafSenat in Ellwangen wegen der militärischen
Einquartierung
On March 31, 1848, the city council of Langenburg
complained to the Criminal Senate in Ellwangen about the military billeting
Seit über drei Wochen schon war Domänenrat Gessler von der
Bildfläche verschwunden. Offenbar wusste auch niemand , wo er sich gerade
aufhielt.Er Mit Schreiben vom 27.März 1848 hatte das Amtsgericht Langenburg dem
Königlichen Landgericht in Ellwangen Kenntnis gegeben, dass sich Gessler der
Vernehmung bisher entzogen hat. Er wollte also nicht als Zeuge auftreten.
Domain Councilor Gessler had been missing from the scene
for over three weeks. Apparently no one knew where he was. In a letter dated
March 27, 1848, the Langenburg District Court informed the Royal Regional Court
in Ellwangen that Gessler had so far evaded questioning. So he didn't want to
appear as a witness.
Da sorgte der Rechtsconsulent Gessler, sein Neffe, für eine
große Überraschung. Am 3.April 1848 hatte er folgende Mitteilung herausgegeben:
„Niederstetten, Verkauf:
The legal consultant Gessler, his nephew, caused a big
surprise. On April 3, 1848 he issued the following notice: “Niederstetten,
sale:
.Der Unterzeichnete ist beauftragt, folgende Gegenstände aus
dem Besitzthum des Hofraths von Gessler dahier im Aufstreich zu verkaufen:
The undersigned is commissioned to sell the following
items from the property of the Hofrath von Gessler here at a premium:
1) einen Weinberg, Thierbacher Berg, 2 ½ Vrtl. 10 Rthn,
jung, mit edlen Sorten angepflanzt, ferner 172 Vrtl. 37 Rthn. dto.
1) a vineyard, Thierbacher Berg, 2 ½ vrtl. 10 Rthn,
young, planted with noble varieties, also 172 Vrtl. 37 Rthn. Ditto.
2) einen Wagen mit Leitern, Mistbrettern und Ketten ec.,
2) a cart with ladders, manure boards and chains etc.,
Die Verhandlung beginnt Montag den 10.d.M., Nachmittags 4
Uhr im Löwenwirth Seitz ´schen Locale. Niederstetten/Langenburg“34
The hearing begins on Monday the 10th at 4 o'clock in the
afternoon in the Löwenwirth Seitz locale. Niederstetten/Langenburg”34
Am 12.April folgte ein weiteres Schreiben des
Oberamtsgerichts Langenburg an den Criminal-Straf-Senat. Es ging um die Frage,
wer jetzt die Kosten für Unterbringung und Einquartierung der Soldaten tragen
sollte.
On April 12th, another letter from the Langenburg Higher
District Court to the Criminal Senate followed. The question was who should now
bear the costs of housing and billeting the soldiers.
Am 17.April 1848 wurden die Gefangenen Jacob Pflüger,
Christian Glock, Christian Schaffert, Andreas Pflüger und Johann Friedrich nach
Hall verlegt und sollten dort sicher bewacht werden. (Blatt 24), da man
befürchtete, dass diese gewaltsam befreit werden könnten. „Denn in der
ehemaligen freien Reichsstadt ist die gesetzachtende Einstellung so, dass
nichts passiert. Die Stadt Hall werde einem Befreiungsversuch entgegentreten.“
Am 20.04. wurde Johann Friedrich aus der Haft entlassen.(Blatt 28), und Jacob Pflüger,
dieser gegen Kaution.
On April 17, 1848, the prisoners Jacob Pflüger, Christian
Glock, Christian Schaffert, Andreas Pflüger and Johann Friedrich were
transferred to Hall and were to be safely guarded there. (Sheet 24), as it was
feared that they could be freed by force. “Because in the former free imperial
city, the law-respecting attitude is such that nothing happens. The city of
Hall will oppose any attempt at liberation.” On April 20th. Johann Friedrich
was released from custody (page 28), and Jacob Pflüger, who was released on
bail.
Gessler wurde auf Samstag, den 23.04.1848 als Zeuge nach
Schwäbisch Hall vorgeladen. Da er zu diesem Termin nicht erschien, konnte erst
am 27.04. seine Vernehmung durch Assessor Kern durchgeführt werden. Er hatte
immerhin vorher einen Brief geschrieben., wo er Schadensanspruch anmeldete. Bei
der Vernehmung verzichtete er darauf.
Gessler was summoned to Schwäbisch Hall as a witness on
Saturday, April 23, 1848. Since he didn't show up for this appointment, he
couldn't attend until April 27th. his interrogation will be carried out by
Assessor Kern. After all, he had previously written a letter in which he filed
a claim for damages. He waived this during the interrogation.
Als die Gefangenen nach Heilbronn überstellt wurden, zog
sich das Militär wieder in die Kasernen zurück
When the prisoners were transferred to Heilbronn, the
military withdrew back to the barracks
Wie bereits erwähnt, mussten der König und seine Regierung
nun einsehen, dass sie an der Situation nicht schuldlos waren. Das Sagen der
Fürsten, die schon längst ihre politische Macht an den König hatten abtreten
müssen, war noch groß, und die Regierung konnte sich nicht entschließen, sich
der Hartnäckigkeit der Fürsten zu widersetzen. Während im Altwürttembergischen
die Adelsprivilegien, d.h. die Feudallasten und das Fronwesen beschnitten
wurden, blieb im Fürstentum Hohenlohe alles beim Alten. Man hielt es offenbar
nicht für notwendig auf die Belange der Bauern, Handwerker, wie auch der
„kleinen Leute“ einzugehen. Diese mussten sich damals geradezu wie eine
„Quantité négligeable“ vorgekommen sein. Das war wohl auch der eigentliche
Anlass, dass jetzt den jungen Leuten aus Niederstetten und Umgebung der
Geduldsfaden riss, und sie ein Exempel statuierten . Nun war der Zeitdruck bei
der Regierung groß. Sie musste jetzt schnell handeln Ein weiteres
Hinausschieben von Entscheidungen war jetzt nicht mehr möglich. Fast im
„Eilverfahren“ beschloss der Landtag schon am 14.März 1848 u.a. die Beseitigung
aller auf Grund und Boden ruhenden Lasten, einschließlich der Zehnten gegen
eine geringe Ablösung, in allen Gemeinden Versammlungsfreiheit, die Errichtung
einer Bürgerwehr und eine allgemeine Volksbewaffnung.
As already mentioned, the king and his government now had
to realize that they were not blameless for the situation. The influence of the
princes, who had long since had to cede their political power to the king, was
still great, and the government could not decide to resist the stubbornness of
the princes. While the aristocratic privileges, i.e. the feudal burdens and the
corvée, were curtailed in Old Württemberg, everything remained the same in the
Principality of Hohenlohe. Apparently it was not considered necessary to
address the concerns of farmers, craftsmen and the “little people”. At the
time, these must have felt like a “quantité négligeable”. That was probably the
real reason why the young people from Niederstetten and the surrounding area
lost their patience and set an example. Now the government was under great time
pressure. She now had to act quickly. It was now no longer possible to postpone
decisions any further. On March 14, 1848, the state parliament decided, almost
in an “expedited procedure,” among other things, to eliminate all burdens on
the land, including tithes for a small payment, freedom of assembly in all
communities, the establishment of a vigilante group and general arming of the
people.
Wenn nun ein so bedeutender Politiker, wie der Minister
Friedrich Römer, dazu ausführte: “Die Zeit schreitet gegenwärtig in sechs
Wochen weiter, als sonst in 20 Jahren“ so gab er fast indirekt zu, dass die
Regierung im Zugzwang stand, denn jahrelange Versäumnisse rächten sich jetzt
When a politician as important as the minister Friedrich
Römer said: “Time currently moves forward in six weeks than it normally does in
20 years,” he was almost indirectly admitting that the government was under
pressure to act because years of neglect were taking revenge yourself now
Das Aufbegehren gegen die verhassten Feudallasten konnte von
jetzt ab keine Rechtswidrigkeit mehr sein!
From now on, rebelling against the hated feudal burdens
could no longer be illegal!
Aus dem im Staatsarchiv Ludwigsburg deponierten
umfangreichen Schriftwechsel zwischen dem Justizministerium in Stuttgart, dem
Landgericht Ellwangen und Amtsgericht Langenburg, sowie aus den Protokollen
geht hervor, dass gerade im März 1848 die Staatsgewalt besonders aktiv war.
Viele Schriftstücke tragen vielfach den Vermerk „pressant“ und die Unterschrift
von Friedrich Römer.35
From the extensive correspondence deposited in the
Ludwigsburg State Archives between the Ministry of Justice in Stuttgart, the
Ellwangen Regional Court and Langenburg District Court, as well as from the
minutes, it is clear that state power was particularly active in March 1848.
Many documents often bear the note “pressant” and the signature of Friedrich
Römer.35
Protokoll vom 28.April 1848 (Blatt 30): Lt. Schreiben hat
Minister Römer die Untersuchungsakte eingesehen.
Minutes from April 28, 1848 (page 30): Lt. Minister Römer
has inspected the investigation file.
30.April 1848: Weil von Niederstetten so viele belastet
waren, wurden weitere Unruhen befürchtet. Zudem stand ein Grossteil der
Einwohnerschaft von Niederstetten ganz auf der Seite der Aufständischen.
April 30, 1848: Because so many of Niederstetten were
burdened, further unrest was feared. In addition, a large part of the
population of Niederstetten was entirely on the side of the insurgents.
Am 27.Mai 1848 wurden die Ermittlungen und Verhöre
eingestellt. Bei der Sitzung waren anwesend Justizassessor Kern (Vorsitzender
in Vertretung für den Oberamtsamtsrichter), sowie als Beisitzer die sechs (!)
Herren Bauer, Bach, Schwab, Greiner, zwei Unterschriften sind unleserlich.36
On May 27, 1848, the investigations and interrogations
were stopped. Judicial Assessor Kern (chairman on behalf of the senior district
judge) was present at the meeting, as well as the six (!) Mr. Bauer, Bach,
Schwab, Greiner as assessors; two signatures are illegible.36
Während der ganzen Zeit wurden weit mehr als 100 Personen
vorgeladen und verhört. Die Namen vieler Befragten gibt es heute noch in
Niederstetten und Umgebung, darunter ist dreimal der Name Bauer, aber kein
Johann Georg Bauer. Gemäß der noch vorhandenen Untersuchungsprotokolle wurden
insgesamt 2088 Einzelfragen gestellt Im Wesentlichen waren es diese:
During the entire period, well over 100 people were
summoned and interrogated. The names of many of those interviewed still exist
today in Niederstetten and the surrounding area, including the name Bauer three
times, but no Johann Georg Bauer. According to the existing examination
protocols, a total of 2088 individual questions were asked. Essentially these
were:
1. Was haben Sie über die Begebenheit in der vergangenen
Nacht zu melden?
1. What do you have to say about what happened last
night?
2. Was können Sie über die jetzige Stimmung im Ort aussagen?
2. What can you say about the current mood in the town?
3. Haben Sie sonst noch etwas anzugeben?
3. Do you have anything else to add?
4. Haben Sie irgend eine Handlung der beiden Pflüger
wahrgenommen?
4. Did you notice any action by the two plowmen?
5. Können Sie weitere Namen nennen?
5. Can you name any other names?
„Am 3.August 1848 wurde in Vollmacht des Königs vermögens
Höchster Entschließung vom 3.des Monats, die wegen der Ruhestörung zu
Niederstetten am 5. und 6.März des Jahres und der weiter damit in Verbindung
stehenden Verbrechen eingeleiteten Untersuchung, soweit dieselbe nicht den
Bezicht der Brandstiftung betrifft, gnädigst niederzuschlagen geruht“.
Stuttgart, den 4.August 1848
“On August 3rd, 1848, by authority of the King, the
highest resolution of the 3rd of the month initiated the investigation into the
disturbance of the peace in Niederstetten on March 5th and 6th of that year and
the other crimes associated with it, insofar as it did not comply with this The
accusation of arson is concerned, “deign to be mercifully put down.” Stuttgart,
August 4, 1848
Das Königliche Justizministerium an den Criminal-Senat des
Königlichen Gerichtshofes in Ellwangen Für den Dezernat Chef Happrecht“37
The Royal Ministry of Justice to the Criminal Senate of
the Royal Court of Justice in Ellwangen For the department head
Happrecht"37
Mit dieser Entscheidung wurden alle strafbaren Handlungen,
soweit sie durch Eigenmächtigkeiten und Ungerechtigkeiten von Domänenrat
Gessler ausgelöst wurden - diese sind Nachtruhestörung, politischer
Landfriedensbruch, vehemente Forderung nach Abschaffung des Feudalwesens -
nicht mehr aufrechterhalten und fallengelassen .
With this decision, all criminal acts that were triggered
by the highhandedness and injustice of Domain Councilor Gessler - these are
disturbing the night's peace, political breach of the peace, vehement demand
for the abolition of the feudal system - were no longer upheld and dropped.
Entlastend für die Angeklagten war auch, dass sie im
Zeitpunkt der Übergriffe keine Schusswaffen, Knüppel oder Messer bei sich
hatten, kein Mensch verletzt wurde oder umgekommen ist
It was also exonerating for the defendants that they had
no firearms, clubs or knives with them at the time of the attacks, and no one
was injured or died
Auch am Schloss ist kein Brandschaden entstanden.
There was no fire damage to the castle either.
Am 4.August 1868, also nach 20 Jahren trat dann die
Verjährung ein
On August 4, 1868, after 20 years, the statute of
limitations came into force
Allerdings war der Straftatbestand, soweit er mit der
Brandstiftung in Zusammenhang stand, weiterhin noch anhängig,
However, the criminal offense insofar as it was related
to the arson was still pending,
Aus diesem Grund kam es am 24.August 1848 vor dem
Oberamtsgericht Langenburg zu einer Untersuchung, zu welcher der Rotgerber
Jacob Pflüger, der Dienstknecht Christian Groß, der Bauer Leonhard Grün aus
Eichswiesen und der Bauer Wilhelm Schneider aus Kottmannsweiler, Posthalter
Ziegler aus Riedbach, Sohn des Gutsbesitzers aus Herbsthausen, vorgeladen
wurden.
For this reason, an investigation took place on August
24, 1848 at the Langenburg Higher District Court, which included the red tanner
Jacob Pflüger, the servant Christian Groß, the farmer Leonhard Grün from
Eichswiesen and the farmer Wilhelm Schneider from Kottmannsweiler, postman
Ziegler from Riedbach, son of the landowner from Herbsthausen, were summoned.
Am 27.August 1848 wurde das Verfahren eingestellt, 20 Jahre
später lief der Tatbestand der Brandstiftung auf eine Verjährung hinaus!
The proceedings were discontinued on August 27, 1848, and
20 years later the crime of arson became statute-barred!
Die tüchtigen, pflichtbewussten und königstreuen Richter und
Ermittlungsbeamten aus dem Altwürttembergischen hatten ja in der Zwischenzeit
längst erkannt, dass die Hohenloher beim Hinnehmen von Missachtungen und
Überheblichkeiten schon einmal etwas langmütig und duldsam sein können. Wird
aber dabei der „kritische Punkt“ überschritten, weil sie bei niemandem Gehör
finden können, und sie dann erkennen müssen, dass es nicht mehr anders geht, so
kann es - entsprechend der hohenlohischen Wesensart – wie im vorliegenden Fall
durchaus möglich sein, dass sie sich im Ton etwas vergreifen und im Handeln
etwas zupackender sind, ganz nach dem Motto: Machs Maul auf! Hau kräftig drauf!
Hör bald auf! Aber danach sind sie wieder loyale Bürger und redliche
Untertanen. Nachdem sie schon 45 Jahre zum Königreich Württemberg gehörten,
wollten sie nicht schlechter gestellt sein wie ihre Landleute im
Altwürttembergischen.
The capable, dutiful and royally loyal judges and
investigators from Old Württemberg had long since recognized that the people of
Hohenlohe can be a bit long-suffering and tolerant when it comes to accepting
disrespect and arrogance. But if the “critical point” is exceeded because no
one can listen to them and they then have to realize that there is no other
way, then it can - in accordance with the Hohenlohe character - be quite
possible, as in the present case be a little off-key in tone and a little more
hands-on in action, true to the motto: Open your mouth! Hit it hard! Stop soon!
But afterwards they are loyal citizens and honest subjects again. After they
had already belonged to the Kingdom of Württemberg for 45 years, they did not
want to be worse off than their fellow countrymen in Old Württemberg.
Am 29.Mai 1868 werden vom Königlichen Amtsgericht in
Langenburg Nachforschungen beim Stadtschultheißenamt Niederstetten angestellt,
ob folgende Personen in den letzten 20 Jahren straffällig geworden waren:
On May 29, 1868, the Royal District Court in Langenburg
made inquiries at the Niederstetten City Schools Office as to whether the
following people had committed criminal offenses in the last 20 years:
Jacob Pflüger, Rotgerber Johann Glock, Dienstknecht
Christian Schaffert, Gürtler Jakob Friedrich , Müller Johann Friedrich und sein
Bruder Konrad Johann Georg Hauff, Schlossermeister Johann Georg Stoll,
Nagelschmiedmeister 30 Friedrich Schumm, Kronenwirt ? Diestelmüller, Händler
und Fuhrmann Andreas Pflüger, Schumacher Die Genannten kommen aus
Niederstetten, der Letzte aus Ettenhausen
Jacob Pflueger, red tanner Johann Glock, servant
Christian Schaffert, belter Jakob Friedrich, miller Johann Friedrich and his
brother Konrad Johann Georg Hauff, master locksmith Johann Georg Stoll, master
nail smith 30 Friedrich Schumm, Kronenwirt? Diestelmüller, dealer and carter
Andreas Pflüger, Schumacher The men mentioned come from Niederstetten, the last
from Ettenhausen
Mit Schreiben vom 12.Juli 1868 (Blatt 197) hatte der
Criminal-Senat des Königlichen Gerichtshofes in Ellwangen eine Anfrage an das
Königliche Oberamtsgericht Langenburg gerichtet, ob folgende Personen seither
schwere Straftaten begangen haben:
In a letter dated July 12, 1868 (page 197), the Criminal
Senate of the Royal Court of Justice in Ellwangen asked the Royal Higher
District Court of Langenburg whether the following people had committed serious
crimes since then:
1. Jacob Pflüger (seit 10 Jahren in Nord-Amerika) 2.
Christoph Schaffert (seit 4 Jahren in Ost-Indien) 3. Johann Friedrich
(ebenfalls in Ost-Indien) 4. Konrad Friedrich, (Bruder von 3., ebenfalls in
Ostindien)
1. Jacob Pflüger (in North America for 10 years) 2.
Christoph Schaffert (in East India for 4 years) 3. Johann Friedrich (also in
East India) 4. Konrad Friedrich, (brother of 3., also in East India)
Laut Schreiben des Criminalsenats Ellwangen aus den Jahren
1862, 1864, 1866 und 1868 wurden über den Verbleib von Philipp Pflüger noch
Nachforschungen angestellt. Aber der Schultheiß von Niederstetten, Köhler,
konnte keine Auskunft geben.
According to letters from the Ellwangen Criminal Senate
from 1862, 1864, 1866 and 1868, research was still being carried out into the
whereabouts of Philipp Pflüger. But the mayor of Niederstetten, Köhler, could
not provide any information.
Am 16. September 1868 erfolgte der Antrag des Staatsanwaltes
an den Anklagesenat für den Jagstkreis, die Anklage gegen ihn wegen
Brandstiftung einzustellen. Er war ja wohl derjenige, der die Unterlagen im
Domänenkanzleigebäude in Niederstetten mutwillig in Brand gesetzt hatte!
On September 16, 1868, the public prosecutor requested
that the prosecution senate for the Jagstkreis drop the charges against him for
arson. He was probably the one who deliberately set fire to the documents in
the domain office building in Niederstetten!
Der Aufenthaltsort von mehreren Beschuldigten konnte nicht
mehr ermittelt werden Andere waren in der Zwischenzeit, u.a. der Kronenwirt
Friedrich Schumm, verstorben, so wurden nach über 20 Jahren auch die
Ermittlungen in Sachen Brandstiftung eingestellt Da nun alles auf eine
Verjährung hinauslief, war die leidige Geschichte entgültig aus der Welt
geschafft worden.
The whereabouts of several of the accused could no longer
be determined. Others had died in the meantime, including the Kronenwirt
Friedrich Schumm, so after more than 20 years the investigation into the arson
was stopped. Since everything now amounted to a statute of limitations, the
sorry story was over been removed from the world.
Nachtrag
Addendum
Johann Georg Bauer ist nicht mehr nach Niederstetten zurück
gekehrt. Durch Recherchen beim Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven konnte
nachgewiesen werden, dass er gemeinsam mit einer Elisabeth Bauer mit dem Schiff
„Gaston“ von Bremen abgereist und am 23.April 1853 in New York angekommnen ist.
Johann Georg Bauer never returned to Niederstetten.
Through research at the German Emigration Center in Bremerhaven, it was proven
that he left Bremen on the ship “Gaston” with an Elisabeth Bauer and arrived in
New York on April 23, 1853.
Aus der Datenbank „Auswanderung aus Südwestdeutschland“ beim
Landesarchiv BadenWürttemberg geht hervor, dass in den unmittelbar auf das Jahr
1848 folgenden zwei Jahrzehnten weit mehr als 100 Männer und Frauen aus
Niederstetten nach Westeuropa, Nordamerika, Osteuropa und Australien
auswanderten.
The database “Emigration from Southwest Germany” at the
Baden-Württemberg State Archives shows that in the two decades immediately
following 1848, well over 100 men and women emigrated from Niederstetten to
Western Europe, North America, Eastern Europe and Australia.
Darunter war auch der 18jährige Sohn Philipp und die
23jährige Tochter Margarethe des älteren Bruders von Johann Georg Bauer. Auch
hier ergaben Recherchen bei der Deutschen Auswanderer-Datenbank beim
Historischen Museum in Bremerhaven, dass sie mit dem Schiff „Australia“ von
Glasgow in Schottland abgereist sind und am 24.April 1873 New York erreicht
haben. Margarethe ist im Jahre 1947 im Alter von 97 Jahren im US-Staat
Wisconsin gestorben.
Among them was Johann Georg Bauer's older brother's
18-year-old son Philipp and 23-year-old daughter Margarethe. Here too, research
in the German emigrant database at the Historical Museum in Bremerhaven
revealed that they left Glasgow in Scotland on the ship “Australia” and reached
New York on April 24, 1873. Margarethe died in 1947 at the age of 97 in the US
state of Wisconsin.
Verschiedene Adelsprivilegien bestanden noch weiter, so u.a.
noch das Patronatswesen. (Erst 1918 gehörten alle Privilegien entgültig der
Vergangenheit an.) Die Standesherrschaft konnte noch beim Eisenbahnbau von 1867
bis 1870 bei der Regierung in Stuttgart durchsetzen, dass wegen des Lärms und
des Rauchs der Schienenweg nicht am Schloss vorbei, sondern unter dem
fürstlichen Grundeigentum durch einen Tunnel geführt wurde. Zur besseren
Repräsentation erhielt das Bahnhofsgebäude von Niederstetten „eine massive
Eingangshalle mit einer mittleren polygonal vorspringenden Säulenhalle (um
1870)“38 .
Various aristocratic privileges still existed, including
the patronage system. (It was not until 1918 that all privileges finally became
a thing of the past.) When the railway was being built from 1867 to 1870, the
class was able to convince the government in Stuttgart that, because of the
noise and smoke, the railway did not go past the castle, but under the princely
property through one Tunnel was led. For better representation, the
Niederstetten station building received “a massive entrance hall with a central
polygonal colonnade (around 1870)”38.
Welche gewaltige Aufbruchstimmung im Jahre 1848 in
Niederstetten und Umgebung geherrscht hatte, wurde am Ostermontag, dem 24.April
1848 an einem weiteren Ereignis deutlich erkennbar „In einem festlich
verzierten Niederstetten kamen in einer öffentlichen Kundgebung etwa 1500 bis
2000 Menschen aus den Oberämtern Gerabronn und Mergentheim zusammen, um die
Bewerber um die Abgeordnetenstelle beim Reichstag zu hören und über die Wahl zu
beraten. Um Ein Uhr Mittags setzte sich die Volksmasse unter Anführung des Niederstettener
Liederkranzes in Bewegung nach einem nahe gelegenen sehr geräumigen Garten.“
Dies war der Hofgarten, in welchem sich jetzt u.a. ein kulturelles Zentrum, die
Schulen und die katholische Kirche befinden39. Es stellten sich die einzelnen
Kandidaten für die Wahl zur ersten deutschen Nationalversammlung (Parlament)
vor. Diese trat zum ersten Mal am 18. Mai 1848 in der evangelischen Paulskirche
in Frankfurt a.M. zusammen
The tremendous spirit of optimism that prevailed in
Niederstetten and the surrounding area in 1848 became clearly visible in
another event on Easter Monday, April 24th, 1848: “In a festively decorated
Niederstetten, around 1,500 to 2,000 people from the Gerabronn and Mergentheim
districts came to a public rally together to hear the applicants for the
position of representative in the Reichstag and to discuss the election. At one
o'clock in the afternoon, the crowd, led by the Niederstettener Liederkranz, set
off towards a very spacious garden nearby." This was the Hofgarten, which
now houses, among other things, a cultural center, schools and the Catholic
church39. The individual candidates for the election to the first German
National Assembly (Parliament) introduced themselves. This met for the first
time on May 18, 1848 in the Protestant Paulskirche in Frankfurt a.M
Es mussten noch viele Jahre vergehen, bis die Forderungen
nach demokratischen Grundrechten so verwirklicht werden konnten, wie sie heute
eine Selbstverständlichkeit sind. Im Verlauf der nächsten 100 Jahre wurden fünf
Verfassungen in Kraft gesetzt. Erst die letzte, das Grundgesetz von 1949, ist
ein stabiles Fundament für eine gut funktionierende Demokratie geworden mit
Presse-, Rede-, Meinungs-, Versammlungsfreiheit etc..
Many more years had to pass before the demands for basic
democratic rights could be realized in the way that they are a matter of course
today. Over the next 100 years, five constitutions were put into effect. Only
the last one, the Basic Law of 1949, has become a stable foundation for a
well-functioning democracy with freedom of the press, freedom of speech,
freedom of expression, freedom of assembly, etc.
In der gleichen Zeitspanne ereigneten sich drei Kriege, die
von Mal zu Mal immer schrecklicher wurden. Noch kurz vor Ende des letzten
Krieges wurde Niederstetten durch Kampfhandlungen heimgesucht, bei welchen
sechs der bereits erwähnten Gebäude ganz oder teilweise abbrannten. Das Rathaus
aus dem Jahre 1528 wurde restlos zerstört, und dabei gingen auch wertvolle
Dokumente verloren.
During the same period, three wars occurred, each
becoming more and more terrible. Shortly before the end of the last war,
Niederstetten was hit by fighting in which six of the buildings already
mentioned burned down in whole or in part. The town hall from 1528 was
completely destroyed and valuable documents were lost.
D Die Schlussfolgerungen
D The conclusions
Die längst überfällige Abschaffung der Feudallasten war der
eigentliche Auslöser für diese Rebellion. Aber ohne den damaligen Zeitgeist und
insbesondere die Demokratiebewegung wäre es niemals dazu gekommen.
The long overdue abolition of feudal encumbrances was the
actual trigger for this rebellion. But without the zeitgeist of the time and
especially the democracy movement, this would never have happened.
War es nun die unmittelbare Folge der Rebellion in
Niederstetten vom 5. auf 6.März (und auch des Aufstandes in Weiler am 13. und
14.März), dass der Landtag in Stuttgart schon am 14.März 1848 ganz unerwartet
schnell beschloss das gesamte Feudalwesen restlos abzuschaffen? Sicherlich
hatte ein Zusammenhang dazu bestanden!
Was it the direct result of the rebellion in
Niederstetten from March 5th to 6th (and also the uprising in Weiler on March
13th and 14th) that the state parliament in Stuttgart decided on the whole
thing quite unexpectedly quickly on March 14th, 1848 To completely abolish
feudalism? Surely there was a connection to it!
Bei der Unnachgiebigkeit der Standesherren hätte dieses
Standesprivileg sicherlich noch eine Zeitlang weiterbestanden, wenn nicht von
den jungen Leuten und auch von einem Großteil der Bevölkerung aus Niederstetten
und der Umgebung auf diese Weise „der Finger auf die brennende Wunde gelegt
worden wäre“.
Given the intransigence of the class lords, this class
privilege would certainly have continued to exist for a while if the young
people and a large part of the population from Niederstetten and the
surrounding area had not “put their finger on the burning wound” in this way.
Nach 160 Jahren sollte man eigentlich in Niederstetten jetzt
Überlegungen anstellen, ob und wie man diese historische Begebenheit von damals
sich wieder vergegenwärtigen kann, damit sie nicht ganz der Vergessenheit
anheim fällt. Dabei sollte man sich mehr von sachlichen Erwägungen und weniger
von Gefühlen und Vorurteilen leiten lassen. Diese Vorkommnisse sind ein Teil
der Ortsgeschichte, ob man es will oder nicht!
After 160 years, people in Niederstetten should now
consider whether and how this historical event can be remembered again so that
it is not completely forgotten. You should be guided more by objective
considerations and less by feelings and prejudices. These incidents are part of
local history, whether you like it or not!
Im Grunde genommen haben heute die Niederstettener ja allen
Grund, auf ihre Altvorderen stolz zu sein. Gibt es noch Nachfahren dieser
Unruhestifter? ( Ein Teil von ihnen musste ja den Heimatort verlassen, um in
einem anderen Land eine neue Existenz aufzubauen.) Durch dieses denkwürdige
Ereignis wurde ein jahrelanges Versäumnis der Regierung in Stuttgart ganz
offenkundig, wodurch diese zum schnellen Handeln gezwungen wurde. Eine
Möglichkeit wäre doch bei den immer wieder stattfindenden Stadtführungen, auf
die damaligen Vorkommnisse hinzuweisen und gegebenenfalls am Gasthaus „Krone“
und auch an anderen Plätzen informierende Erinnerungstafeln anzubringen. Das
könnte auch für den Fremdenverkehr von Nutzen sein
Basically, today the people of Niederstetten have every
reason to be proud of their ancestors. Are there any descendants of these
troublemakers? (Some of them had to leave their hometown to build a new
existence in another country.) This memorable event made a long-standing
failure of the government in Stuttgart quite obvious, forcing it to act
quickly. One possibility would be to point out the events of that time during
the city tours that take place again and again and, if necessary, to put up
informative commemorative plaques at the “Krone” inn and other places. This
could also be useful for tourism
Anlässlich des 150jährigen Jubiläums schrieb der bekannte
hohenloher Heimatdichter und Ehrenbürger der Stadt Niederstetten, Gottlob Haag,
das interessante Schauspiel „Gesslers Fall“, das von Laienschauspielern auf der
Freilichtbühne „Tempele“ verschiedene Male sehr erfolgreich aufgeführt wurde.
Vielleicht könnte diese Arbeit dazu beitragen, dass wieder Interesse an
weiteren Aufführungen geweckt wird.
On the occasion of the 150th anniversary, the well-known
Hohenlohe local poet and honorary citizen of the city of Niederstetten, Gottlob
Haag, wrote the interesting play “Gessler's Fall”, which was performed very
successfully several times by amateur actors on the “Tempele” open-air stage.
Perhaps this work could help spark renewed interest in further performances.
Es ist unverkennbar, dass gerade in der ersten Hälfte des
19.Jahrhunderts die politischen Entwicklungen im Nachbarland Frankreich gerade
auf den deutschen Südwesten von durchgreifender Tragweite gewesen sind, von der
die einzelnen ländlichen Regionen und Fürstenresidenzen nicht verschont
blieben. Seit über 10 Jahren gibt es eine Städtepartnerschaft zwischen
Niederstetten und Leplessis-Bouchard, ca. 20 km nordöstlich von Paris bei
Taverny. Wenn nun versucht würde, dieses denkwürdige Ereignis in Niederstetten
den historisch interessierten Gästen aus Frankreich nahe zubringen, so könnte
dies zu einer weiteren Vertiefung der Beziehungen zwischen beiden
Partnerstädten beitragen, wie einst durch das „Boeuf de Hohenlohe“ zwischen
Deutschland und Frankreich40 .
It is unmistakable that, especially in the first half of
the 19th century, the political developments in neighboring France had a
profound impact on the German southwest, from which the individual rural
regions and princely residences were not spared. There has been a twin town
relationship between Niederstetten and Leplessis-Bouchard, approx. 20 km
northeast of Paris near Taverny, for over 10 years. If an attempt were now made
to bring this memorable event in Niederstetten closer to historically interested
guests from France, this could contribute to a further deepening of the
relationship between the two twin cities, as was once the case with the “Boeuf
de Hohenlohe” between Germany and France40.
Durch das Vergegenwärtigen vergangener Zustände wird das
augenblickliche Dasein erhöht und bereichert. (Johann Wolfgang von Goethe)
By recalling past conditions, current existence is
enhanced and enriched. (Johann Wolfgang von Goethe)
Quellen - Literatur - Hinweise
a) Quellen Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv
Ludwigsburg
1.)
Bestand: E 341-I - Büschelnummer: 261 -
(Protokollakte) Archivalientitel (Aufschrift auf dem Deckblatt): -
„Protokollakte des Königlichen Amtsgerichtes Langenburg.
Untersuchungsprotokolle gegen Jakob Pflüger und Genossen wegen Brandstiftung
und anderer Vergehen“. Die Ermittlung hatte sich vom 7.März bis zum 27.Mai
1848. hingezogen. Während dieser Zeit wurden über 100 Personen vernommen , an
diese 2088 Fragen gestellt und auf 1270 DIN A4 - Seiten protokolliert.
(Handschriftlich))
2.)
Bestand: : E 341-I - Büschelnummer: 262 -
(Korrespondenzakte)
Archivalientitel (Aufschrift auf dem Deckblatt): „Acte des
Criminal – Senats des Königlichen Gerichtshofes für den Jagstkreis in Ellwangen
betr. der Untersuchungssache gegen 1) Pflüger, Jacob von Niederstetten 2)
Schaffert, Christoph von Niederstetten 3) Friedrich, Conrad con Niederstetten
4) Friedrich, Johann von Niederstetten 5) Glock, Chrisitian von Niederstetten
6) Pflüger, Andreas von Niederstetten wegen Brandstiftung“
Diese Akte umfasst 201 Schriftstücke, vornehmlich
handschriftlichen Briefwechsel zwischen dem Königlichen Ministerium in
Stuttgart, dem Königlichen Criminal-Senat und der Königlichen Regierung für den
Jagst-Kreis, beide in Ellwangen, sowie dem Königlichen Amtsgericht in
Langenburg.
3.)
Bestand: E 175 - Büschelnummer: 5501
Archivalientitel (Aufschrift auf
dem Deckblatt): Oberamt Gerabronn: Volksbewegung bzw. Tumultsachen im
Oberamtsbezirk, Insbesondere Brandstiftung im Schloss- und
Domänenkanzleigebäude Niederstetten. (handschriftlich) Deutsches Auswanderhaus,
Recherche Service, Columbusstr. 65, 27568 Bremerhaven Deutsche
Auswander-Datenbank im Historischen Museum Bremerhaven (MorgensternMuseum), An
der Geeste, 27570 Bremerhaven
b) Literatur
Heimatbuch 650 Jahre Niederstetten, Redaktion und
Gesamtverantwortung Walter Krüger, herausgegeben von der Stadt Niederstetten
1991 Veröffentlichungen zur Ortsgeschichte und Heimatkunde in Württembergisch
Franken. Herausgegeben vom Historischen Verein für Württembergisch Franken,
Band 4 Schwäbisch Hall1991 – Gesamtherstellung Verlag Fränkische Nachrichten
mit folgenden Einzelkapiteln:
1. Beitrag von Carlheinz Gräter: „An der Vorbach formierte
sich der Tauberhaufen.“ Seite 117-119.
2. Beitrag von Gerhard Seibold „Das Haus Hohenlohe und
Niederstetten“, Seite 202 –218. Quellen: Hohenloher Zentralarchiv, Neuenstein
(HZAN), Archiv Niederstetten
3. Beitrag von Carlheinz Gräter: „Mörike, Hartlaub und die
Ereignisse des Jahres 1848 in Niederstetten“, Seiten 219 – 222 Quellen:
Unterlagen über Mörike 36
4. Beitrag von Helmut Herrmann: „Mit Posthorn und Flügelrad
ins 20. Jahrhundert – aus Post- und Eisenbahngeschichte“, Seiten 223 – 237
Quellen: Keine Angaben
5. Beitrag von W.M. Dienel: „130 Jahre Stadtgeschichte –
Streiflichter aus der Zeit zwischen 1800 und 1930“, Seiten 239 –296. Quellen:
Alle Textstellen und Artikel beziehen sich auf Angaben, Artikel und Anzeigen in
der Tageszeitung „Der Vaterlandsfreund“, Gerabronn
a. Beitrag von Walter Krüger und Hermann Rumm: „Von Mühlen
und Müllern in Niederstetten“, Seiten 570 –579. Quellen: u.a. Hohenloher
Tagblatt, Tauberzeitung, Dr. W. G. Fleck
Dr. Hartmut Weber, „Die Fürsten von Hohenlohe im Vormärz“
(Dissertation 1974) Nr. 11 der Reihe: Forschungen aus Württembergisch-Franken,
1977
Beschreibung des Oberamtes Gerabronn, Herausgegeben vom
Königlich – Statistischen – Topographischen Bureau Verlag der J.G Cotta´schen
Buchhandlung Stuttgart und Tübingen, 1847
„Revolution im Südwesten“, Stätten der Demokratiebewegung
1848/49 in BadenWürttemberg“, herausgegeben von der Arbeitsgemeinschaft der
hauptamtlichen Archivare im Städtetag Baden – Württemberg, INFO
Verlagsgesellschaft Karlsruhe, 1997
„Sozialgeschichte Baden-Württembergs 1800 – 1989“ Willi A.
Boelcke Landeszentrale für politische Bildung „Baden-Württemberg“, Vielfalt und
Stärke der Regionen. Im Auftrag der Landeszentrale für politische Bildung
Baden-Württemberg, herausgegeben 2002 vom DRW-Verlag
Leinfelden-Echterdingen
„Geschichte und Geschichten“, Band 3 für die Sekundarstufe
1, Ernst Klett Schulbuchverlage Stuttgart Leipzig, 1.Auflage 2005
Ploetz, „Auszug aus der Geschichte“, 26.Auflage,
A.G.Ploetz-Verlag Würzburg , 1960 Ploetz, „Hauptdaten der
Weltgeschichte“, 32.Aufl.,Verlag Ploetz Freiburg/Würzburg
DTV-Atlas zur Weltgeschichte, Band 2, 1966, Deutscher
Taschenbuch Verlag München
Lexikon des alten Handwerks, Ausgestorbene Handwerksberufe,,
hrg. Von Reinhold Reith. Carl Beck Verlag München 1990
„Geschichte in Gestalten“, Band 1 –4, herausgegeben von
Professor Dr. Hans Herzfeld, Das Fischer Lexikon, Sonderband, Fischer Bücherei
KG Frankfurt/Main, 1963
Konversationslexikon „Der Neue Herder“, Verlag Herder KG
Freiburg i.Br., 1970
„Meine Jugenderinnerungen an eine württembergische
Kleinstadt und ihre jüdische Gemeinde“ von Bruno Stern, W.Kohlhammer Verlag
Stuttgart 1968
„Sperrige Landsleute - Wilhelm I. und der Weg zum modernen
Württemberg“ von Karl Moersch, DRW – Verlag 1996
„Pegasus auf dem Lande – Schriftsteller in Hohenlohe“ von
Hans-Dieter Haller, Seite 161 ff. Veröffentlichungen zur Ortsgeschichte und
Heimatkunde in Württembergisch Franken, Band 25, herausgegeben vom Historischen
Verein für Württembergisch Franken, BAIER BPB VERLAG; 74551 Crailsheim, 2006
„Eine kleine Melodie – Chorbuch für die Geselligkeit“,
Strube-Verlag Edition 1080, 1989
c) Anmerkung
Der Verfasser wurde noch von seinem Vater, Gottlob Mündlein
(1882-1953), auf wichtige und anregende Einzelheiten zu dem Geschehen vom 5.auf
6.März 1848 in Niederstetten, sowie über die Zeit davor und danach,
hingewiesen. Diese Einzelheiten wurden diesem von seinem Großvater, Johann
Leonhard Bauer (1820-1907), dem älteren Bruder von Johann Georg Bauer, einem
bewussten und aufgeschlossenen Zeitzeugen von damals, mitgeteilt.
Footnotes
1 Heute französischer Nationalfeiertag
2 Marco Nimsch, „1848 und 1849 – Die Jahre der Revolution“,
8.Ausg. d. Kornwestheimer Geschichtsblätter
3 Vgl. „Baden-Württemberg“, Vielfalt und Stärke der
Regionen, Seite 249
4 Vgl. „Baden-Württemberg“, Vielfalt und Stärke der
Regionen, Seite 248
5 Landesarchiv BW, Stgt: Auswanderung aus
Südwestdeutschland: Herkunftsort Niederstetten, Emigration im 19.Jh.: Johann
Georg Bauer, 1817 Erdteil unbekannt, Herkunftsort Niederstetten.
6 Hans Dieter Haller, „Pegasus auf dem Lande“, Seite 161
(Leonhard Bauer)
7 Vergleiche auch: Heimatbuch 650 Jahre Stadt Niederstetten
S. 246: „Ein fürstlich-hohenlohischer Beamter schrieb diese Jahre später (1852)
einer „planmäßigen und geschickten Unterminierung der an sich konservativen
Gesellschaftsschicht zu. “Diese Wühlarbeit soll seit den 1830er Jahren,
möglicherweise seit dem Hambacher Fest, betrieben worden sein.
8 Vgl. Beschreibung des Oberamtes Gerabronn, 1847, S.174
9 Vgl. Heimatbuch 650 Jahre Stadt Niederstetten, Seite
250,r.o..
10 Abgedruckt in: Eine kleine Melodie, Das Chorbuch für die
Geselligkeit, hrg. Von Siegfried Bauer u.a., Strube Verlag Edition 1080 1989,
S.56
11
12 Vergleiche auch: Heimatbuch 650 Jahre Stadt Niederstetten
S.220 r. o.
13 Vgl. Heimatbuch „750 Jahre Stadt Niederstetten“, Seite
219
14 Authentischer Bericht von Rechts-Consulent Geßler, vergl.
Heimatbuch „ 750 Jahre Stadt Niederstetten“, S.248ff, dazu Unterlagen im
Staatsarchiv Ludwigsburg.
15 Vermutlich stammen diese Verse vom „fidelen Kleeblatt“,
vgl. Heimatbuch 750 Jahre Niederstetten S. 228
16 In dem Buch „Meine Jugenderinnerungen“ von Max Stern traf
dieser Schicksalsschlag eine Frau Vögele Reis. Einer ihrer Nachkommen war
Ministerialrat Dr. Otto Hirsch, geb.1885 in Stuttgart. Er arbeitete von 1912
bis 1919 bei der Stadt Stuttgart, dann im Innenministerium von Württemberg und
war dort maßgebend für den Ausbau der Neckarschifffahrt von Heilbronn bis
Stuttgart. Seit 1933 war er einer der führenden Männer und Sprecher der
Deutschen Juden. 1941 starb er im KZ. Zu seinem Andenken wird von der Stadt
Stuttgart seit 1985 jedes Jahr eine Otto-Hirsch-Medaille für Verdienste zur
christlich-jüdischen Zusammenarbeit ausgelobt. Ein weiterer Nachkomme dürfte
der 1889 geb. Weinhändler Otto (Bollo) Reis gewesen sein. Er war der letzte
Eigentümer des Hauses, in welchem Domänenrat Gessler bis zu seinem Verschwinden
gewohnt hatte und in dem am 5. und 6.März 1848 so großer Schaden angerichtet
worden ist. Otto Reis konnte noch rechtzeitig in die USA (Philadelphia)
emigrieren. Seine Frau und die Kinder sind im KZ umgekommen.
17 Vgl. “Baden-Württemberg“, Vielfalt und Stärke der
Regionen, Seite 272
18Der Grabstein von Johann Friedrich von Jan (1802-1871)
steht an der Nordseite der Friedhofskapelle in Niederstetten
19 Vgl. Heimatbuch „750 Jahre Stadt Niederstetten“, Seite
220
20 Vgl. Heimatbuch „750 Jahre Stadt Niederstetten“, Seiten
220-221
21 „Revolution im Südwesten“, Stätten der Demokratiebewegung
1848/49 in Baden-Württemberg, Seite 339
22 Vergleiche auch: Heimatbuch 650 Jahre Stadt
Niederstetten, Gräter S. 117. r.o. und Beschreibung des Oberamtes Gerabronn,
Seite 181
23 So wurde auch dieses Vorkommnis in dem Standardwerk
„Revolution im Südwesten, Stätten der Demokratiebewegung 1848/49 in
Baden-Württemberg“ nur beiläufig auf Seite 339 erwähnt.
24 So beginnt die Protokollakte des Königlichen Amtsgerichts
Langenburg
25 „Revolution im Südwesten“, Stätten der Demokratiebewegung
1848/49 in Baden-Württemberg, Seite 340
26 Vgl. Heimatbuch „650 Jahre Stadt Niederstetten“, Seite
249
27 Das eiserne Grabkreuz von Wilhelm Neudorffer
(1817-1871)ist an der nördlichen Mauer des Friedhofes in Niederstetten
angebracht. 28 Das Grab von Hermann Werttheimer befindet sich auf dem jüdischen
Friedhof im Gewann Eulenhof 29 Vgl. Hans Dieter Haller, „Pegasus auf dem Land“,
Seite 71
30 „Revolution im Südwesten“, Stätten der Demokratiebewegung
1848/49 in Baden-Württemberg, Seiten 453 und 720 31 „Baden-Württemberg“,
Vielfalt und Stärke der Regionen, Seite 262 32 Vgl. Heimatbuch „650 Jahre Stadt
Niederstetten“, Seite 249
33 Vgl. Heimatbuch „650 Jahre Stadt Niederstetten“, Seite
249
34 Vgl. Heimatbuch „650 Jahre Stadt Niederstetten“, Seiten
251 und 252
35 Der Grabstein von Friedrich Römer (1794 – 1864) befindet
sich auf dem Hoppenlau-Friedhof in Stuttgart. Es ist nicht bekannt, ob die
Römergasse in Niederstetten seinen Namen trägt
36 Seite 1270 (letzte Seite) der Protokollakte 37
Landesarchiv Baden-Württemberg, Staatsarchiv Ludwigsburg, Bestand E 341-I
Büschelnummer 262, Blatt 157
38 So die Erinnerungstafel am rechten Eingang 39 Vergleiche
Heimatbuch „650 Jahre Stadt Niederstetten“, Seite 252 l.o.
40 Da sind Mastochsen, die im 18. Jahrhundert unter diesem
Namen zu Tausenden nach Frankreich bis nach Paris verkauft wurden, und die den
Namen „Hohenlohe“ berühmt gemacht haben.